Welcome to Sodom

Welcome to Sodom

Der aktuell in den Kinos laufende Dokumentarfilm Welcome to Sodom zeigt auf beklemmende Weise das Leben auf einer gigantischen Deponie für Elektromüll, der aus der westlichen Welt in die ghanaische Stadt Agbogbloshie gelangt. Unter widrigsten Umständen suchen die verschiedensten Menschen auf gigantischen Müllbergen wertvolle Materialien, um diese wieder an die Elektrofirmen weiterzuverkaufen. In einer apokalyptischen Atmosphäre inmitten von Elektromüll, Flammen, dunklen Rauchschwaden, kreisenden Möwen und ausgemergelte Ziegen, versuchen die Menschen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Auf beeindruckende Weise porträtieren die beiden Filmemacher Florian Weigensamer und Christian Krönes diesen unwirklichen Ort, der als Resultat eines globalen Wirtschaftskreislaufs betrachtet werden kann, der Menschen am untersten Ende der Verwertungskette zutiefst menschenunwürdige Arbeiten aufzwingt. Die Protagonisten des Films kommen ausführlich zu Wort und erzählen auf eindringliche Weise von ihren Leben an einem Ort, den sie selbst Sodom getauft haben. Nach einer biblischen Stadt, die durch Gott unter einem Regen aus Feuer und Schwefel begraben wurde, weil sie der Sünde anheimgefallen war. In epischen Bildern dokumentiert Welcome to Sodom eine moderne Hölle auf Erden.

Welcome to Sodom

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Gaspar Noé – Climax

Gaspar Noé – Climax

Nach seinen radikalen und höchst umstrittenen Werken Menschenfeind und Irreversibel sowie seinem zuletzt erschienen Film Love kehrt der französische Filmemacher Gaspar Noé nun auf die Leinwand zurück. Nachdem Love weniger überzeugen konnte, scheint Noé mit seinem neuesten Film Climax wieder an die Kompromisslosigkeit früherer Werke anzuknüpfen. Climax erzählt die Geschichte von 24 jungen Tänzerinnen und Tänzern, die sich in einen abgelegenen Saal zurückziehen, um gemeinsam die bevorstehende USA-Tournee zu feiern. Mit der Zeit kippt jedoch die Stimmung. Die Atmosphäre wird gereizt, die Kommunikation schwieriger, Interaktionen zunehmend angespannter. Schließlich steht der Verdacht im Raum, dass der Sangria mit LSD gepanscht wurde. Es folgt ein pulsierender filmischer Exzess, der im kollektiven Rausch mündet, Paranoia, Aggression, Geilheit und Entgrenzung freisetzt. Der bereits auf den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes prämierte Film startet im Dezember in den deutschen Kinos. Die Trailer geben einen ersten Vorgeschmack.

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Hidden Glances

Hidden Glances

Mit seinem Regiedebüt Hidden Glances schafft Gonzalo Hergueta ein packendes Portrait der spanischen Fotografin Isabel Muñoz. Seit über 30 Jahren reist Muñoz durch die Welt und versucht fotografisch die Geschichten der Menschen und deren Kulturen einzufangen. Ihre akribisch selbstentwickelten schwarzweiß Bilder gehen dem Betrachter unter die Haut und sind unter anderem im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid zu sehen, im Maison Européenne de la Photographie in Paris oder im New Museum of Contemporary Art in New York. Hidden Glances verschafft einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit einer beeindruckenden Fotografin.

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Georgia’s Rave Revolution

Georgia's Rave Revolution

Im Mai 2018 kam es in dem Club Bassiani und dem Café Gallery in der georgischen Hauptstadt Tiflis zu Polizeirazzien. Die Razzien sowie die darauffolgenden Demonstrationen und Geschehnisse können nur in einem größeren politischen und gesellschaftlichen Kontext detaillierter betrachtet werden. Ein 15-minütiger Dokumentationsfilm der britischen BBC blickt nun hinter die Kulissen und versucht sich den Ereignissen mit einem Fokus auf die politischen Hintergründe zu nähern.

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Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Detroit steht für den beispiellosen Niedergang einer einst florierenden Metropole des Industriezeitalters. In Folge einer rasant voranschreitenden Deindustrialisierung und der damit einhergehenden Arbeitslosigkeit zersetze sich eine der bedeutendsten Industriestädte des 20. Jahrhunderts und hinterließ mancherorts nichts als urbane Wüsten. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten verlor Detroit die Hälfte seiner Bevölkerung. Verwaiste Straßenzüge und Ruinen sollten von nun an das Bild der Stadt prägen. Laurence Messier-Moreau portraitiert in seiner Serie Après die Ruinen der Stadt und offenbart zugleich eine Ästhetik des Zerfalls.

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

(Bilder: Laurence Messier-MoreauCC BY-NC-ND 4.0)

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Symphony of Now

Symphony of Now

Walther Ruttmanns 1927 uraufgeführter experimenteller Dokumentarfilm Berlin – Die Sinfonie der Großstadt vermochte das damalige Lebensgefühl der deutschen Hauptstadt ein Stück weit einzufangen und gilt heute als Klassiker der deutschen Filmgeschichte. Nun, mehr als neunzig Jahre später, haben Ruttmanns schwarzweiß Bilder nicht mehr viel mit der gegenwärtigen Lebensrealität in der Hauptstadt gemein. Waren es lange Zeit vorwiegend Grautöne, ist es heute eher eine bunte Ikonografie mit der Berlin assoziiert wird. Johannes Schaff versucht diesen dynamischen Wandel der Stadt mit seiner Neuinterpretation des Klassikers abzubilden. Der Ausgangspunkt für Symphony of Now war allerdings ursprünglich ein anderer. Auf der Grundlage von Ruttmanns Bildern aus den 1920er Jahren entstand eine Neuvertonung des Originalfilms. Frank Wiedemann, Modeselektor, Samon Kawamura, Alex.Do und weitere zeitgenössische Musiker konnten für das Projekt gewonnen werden. Erst dieser neu geschaffene Soundtrack veranlasste Johannes Schaff schließlich dazu, sich auf die Suche nach aktuellen Bildern zu begeben. Der Trailer lässt ein einstündiges Feuerwerk vermeintlich typischer Berliner Momentaufnahmen erahnen. Berlin als hippe, multikulturelle, weltoffene Millionenstadt, Sehnsuchtsort eines jeden hedonistisch veranlagten Kosmopoliten. Ich bin gespannt, ob der Film darüber hinaus eine gewisse Tiefe erzeugen kann oder doch nur Abziehbildchen (relativ) neuer sexy Hauptstadt-Klischees bleiben wird.

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