
Der britische Klangkünstler, Komponist und Toningenieur Sam Slater hat mit Lunng ein cineastisches sowie intensives Album veröffentlicht. Es ist ein Werk, das weniger als Sammlung einzelner Stücke denn als durchkomponierte Klangarchitektur zu begreifen ist, in der sich akustische Fragmente, elektronische Texturen sowie Field Recordings zu einem dichten Gewebe verschränken. Slater, der zuvor unter anderem durch seine Arbeiten für Film und immersive Audioformate auffiel, operiert hier mit einer bemerkenswerten Präzision zwischen Kontrolle und kalkulierter Auflösung. Die Stücke entfalten eine eigentümliche Spannung, die sich aus der Reibung von organischer Unmittelbarkeit und technischer Kühle speist. Dabei bleibt Lunng stets von einer fast körperlich erfahrbaren Intensität durchzogen, die die Hörerinnen und Hörer weniger begleitet als vielmehr umschließt. Das Resultat ist gleichermaßen kompromisslos wie faszinierend.