
Mit A Brief Story of Slowness veröffentlicht Tom Leclerc ein Werk, das sich wie eine kontemplative Übung im Innehalten entfaltet – ein leiser, fast asketischer Akt des Beobachtens, bei dem die Zeit nicht vergeht, sondern sich ausdehnt. Die Musik folgt keiner Dramaturgie im herkömmlichen Sinne; sie tastet sich vielmehr voran, lauscht, verweilt, verliert sich im Detail und gewinnt gerade daraus ihre eigentümliche Intensität. Entstanden ist das Album hoch oben auf den Klippen der Côtes-d’Armor, vor einem weiten Panoramafenster, das den Blick auf das offene Meer freigibt. Diese topografische Offenheit scheint sich in den Klang eingeschrieben zu haben. Weite, Wind, Wolken über dem Wasser, das Kommen und Gehen der Gezeiten. Was bleibt, ist ein Nachhall, der weniger klingt als wirkt und sich dem Verstummen entzieht.