Unter seinem Alter Ego ROD hat der niederländische DJ und Produzent Benny Rodrigues mit Brighten Up Bunny seine Debüt EP auf Afterlife veröffentlicht. Die vier Tracks umfassende EP, inklusive eines Remixes von FJAAK, reiht sich mit melodiösen Synths und tanzbaren Grooves ganz gut in den Afterlife Katalog ein. Da lassen sich die Augen auf der Tanzfläche schonmal schließen.
Wer ein Faible für elektronische Musik hegt, kommt um den originellen und progressiven Sound des afrikanischen Kontinents schon lange nicht mehr drumherum. Von Kwaito über Gqom, African House, Electro Acholi und zahlreichen weiteren Genres und Spielarten bringen afrikanisch inspirierte Klänge die Tanzflächen dieser Welt in Ekstase. Die hiervon ausgehende Faszination sowie die gemeinsame Liebe für afrikanische Musik war auch der Anlass für Hyenah, Floyd Lavine und Dede das Musikkollektiv Rise zu gründen. Neben einer monatlichen Partyreihe im Watergate, die von Rise veranstaltet wird, wurde inzwischen auch ein eigenes Label gegründet. Zudem veröffentlicht Rise regelmäßig Mixe von hochkarätigen Gästen. Das letzte Set stammt von dem südafrikanischen DJ und Produzenten Themba und bietet mit tiefen, melodischen House und Techno einen fabelhaften Einstieg in das Wochenende. Die nächste Party im Watergate findet übrigens bereits morgen wieder statt.
Nach ihrem Debütalbum Yr Body Is Nothing veröffentlichte das aus Jae Matthews und Gus Muller bestehende Duo Boy Harsher mit Careful Anfang des Jahres ihr zweites Album. Die LP durchzieht ein schwermütiger, tieffrequenter Sound, der eine abgründige Gefühlswelt von Entfremdung und Geilheit offenbart. So auch die Single Come Closer, zu der das Künstlerkollektiv Muted Widows das Video kreierte.
Ein paar schicke, meditative Bilder zum Wochenanfang. Der Filmemacher Luke Paige hat in seinem Kurzfilm Nya, dessen Titel auf das äthiopische Model Nya Gatbel zurückgeht, die Ästhetik und Ruhe der isländischen Landschaft eingefangen.
Björk hat für den Song Tabula Rasa, der ursprünglich auf dem 2017 erschienen Album Utopia veröffentlicht wurde, ein neues Video herausgebracht. Verantwortlich für die bezaubernd surreale Visualisierung ist der Designer und Künstler Tobias Gremmler, dessen Bilder fabelhaft mit Björks Klängen harmonieren.
„When creating the video, I was deeply inspired by the music and lyrics of Tabula Rasa. The visual transformation of Björk into faun-like flowers and mountainous landscapes embodies the utopian concept of a harmonious coexistence between nature and human based on empathy.“ – Tobias Gremmler
Cercle begibt sich mit ausgelesenen Musikern gerne an extravagante Orte. Diesmal hat das aus Frankreich stammende Musikkollektiv Acid Pauli eingeladen, um vor dem in Armenien gelegenen Tempel von Garni, dessen Errichtung bis auf das 3. Jahrhundert v. Chr. zurückgeht, ein knapp zweistündiges Live Set zu spielen.
Frédéric Bazille (1841-1870), Negerin mit Pfingstrosen, 1870, Öl auf Leinwand, 60,5 x 75,4 cm, Montpellier, Musée Fabre via Wikimedia Commons
Wenngleich schwarze Modelle in der Moderne gerne auf Bildern verewigt wurden, so blieben sie doch zumeist namenlos und fanden in der Kunstgeschichte kaum Beachtung. Diesem möchte nun das Pariser Musée d’Orsay entgegentreten und zeigt noch bis zum 21. Juli 2019 die Ausstellung Das schwarze Modell von Gericault bis Matisse. Im Rahmen aufwendiger Recherchen suchten die Kuratorinnen und Kuratoren nach den Identitäten der schwarzen Bildmodelle, um die historischen Werktitel durch ihre Namen zu ersetzen und sie somit aus der Anonymität herauszulösen. So wurde etwa Edouard Manets 1863 entstandenes Gemälde Olympia, das eines der Hauptwerke des französischen Malers darstellt und im Pariser Salon nicht nur einen Skandal auslöste, sondern auch als wegbereitend für die moderne Kunst gilt, nach der Frau umbenannt, die als schwarze Magd im Hintergrund des Bildes zu sehen ist: Laure.
Edouard Manet (1832-1883), Originaltitel: Olympia, Umbenannt in: Laure, 1863, Öl auf Leinwand, 130 x 190 cm, Paris, Musée d’Orsay via Wikimedia Commons
Der Ausstellung liegt ein multidisziplinärer Ansatz zugrunde, der sich zwischen Kunst- und Ideengeschichte bewegt und Fragen nach ästhetischen, politischen, sozialen und ethnischen Problematiken und Motiven stellt. Insbesondere soll dabei die Bedeutung der Modelle und deren Wahrnehmung beleuchtet werden sowie welchen Einfluss sie auf die visuellen Künste hatten. Die Umbenennung der Werke setzt dabei ein Zeichen gegen Rassismus und stereotype Abbildungen. Die veränderte Wahrnehmung der Modelle offenbart auch ein Gemälde der französischen Malerin Marie Guillemine Benoist. Das um 1800 geschaffene Werk trug zunächst den Titel „Bild einer Negerin“, wurde nachdem es im Louvre ausgestellt wurde in „Portrait einer schwarzen Frau“ umbenannt und heißt nun im Rahmen der Ausstellung – nach dem Namen der abgebildeten Frau – „Portrait de Madeleine“.
Marie Guillemine Benoist (1768-1826), Originaltitel: Bild einer Negerin, Umbenannt in: Portrait de Madeleine, 1800, Öl auf Leinwand, 81 x 65 cm, Paris, Musée du Louvre via Wikimedia Commons
Mit 300 Exponaten geht die Ausstellung den Namen und Geschichten einer Vielzahl von Modellen nach und eröffnet eine neue Perspektive auf Werke von der Abschaffung der Sklaverei in Frankreich über die Periode der Neuen Malerei bis hin zur Entdeckung der Neugeburt von Harlem durch Matisse und die Behandlung des Themas durch die frühe Avantgarde des 20. Jahrhunderts sowie die nachfolgenden Künstlergenerationen der Nachkriegszeit und Gegenwart.
Frédéric Bazille (1841-1870), Die Toilette, 1870, Öl auf Leinwand, 130 x 128 cm, Montpellier, Musée Fabre via Wikimedia Commons
Ein kurzer Beitrag von arte gibt einen Einblick in die Ausstellung und lässt die Kuratorin Isolde Pludermacher sowie die Museumsleiterin Cécile Debray zu Wort kommen.