Erich Mühsam – Liebe und Anarchie

Erich Mühsam – Liebe und Anarchie
Foto: H. Hoffmann via Wikimedia Commons

Deutschlandfunk Kultur hat sich im Rahmen einer langen Nacht mit Erich Mühsam auseinandergesetzt. Der 1878 geborene Schriftsteller entwickelte sich zum markantesten und literarisch fruchtbarsten Vertreter des deutschen Anarchismus. Getreu seiner Maxime „Sich fügen heißt lügen!“, trat Mühsam unerschrocken für seine Prinzipien ein. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs war Mühsam maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, deren brutale Niederschlagung er überlebte und anstatt zum Tode verurteilt, inhaftiert wurde. Es folgten Einzelzelle, seelische sowie körperliche Qualen. Nach fünf Jahren aus der Haft entlassen, zog er nach Berlin, gründete die anarchistische Zeitschrift Fanal und wurde zum unermüdlichen Aktivisten gegen die drohende Kriegsgefahr sowie dem grassierenden Nationalsozialismus. In der Nacht des Reichstagsbrandes vom 27. auf den 28. Februar 1933 wurde Mühsam schließlich verhaftet. Als prominenter Häftling, noch dazu jüdischer Anarchist, verkörperte Mühsam das Hassobjekt der nationalsozialistischen Ideologie schlechthin, so dass kaum ein Tag verging, an dem er nicht misshandelt oder gedemütigt wurde. Nach 16 Monaten Haft wurde Erich Mühsam im KZ Oranienburg von SS-Angehörigen ermordet. Anarchie hieß für Mühsam ohne moralische Scheuklappen sowie ohne Rücksicht auf Konventionen zu leben. Und dies gelang ihm. Mühsam lebte und liebte frei. Trotz seiner politischen Aktionen war er auch dem Leben, Frauen und Alkohol nicht abgeneigt. Mühsam war Schriftsteller, Aktivist, Bohemien, Frauenliebhaber, Freigeist. Alles in gleicher Intensität.

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TWINS – That Which Is Not Said

TWINS – That Which Is Not Said

Am 4. Mai erscheint TWINS neues Album mit dem Titel That Which Is Not Said, aus dem sich auch das Akronym des Künstlers bildet. Auf der Platte erwarten uns acht Stücke, deren Klang von unterschiedlichen musikalischen Einflüssen geprägt ist. Von Post-Punk über Electro, EBM und Acid bis hin zu Synthpop versteht es TWINS, Grenzen geschickt verschwimmen zu lassen. Das Resultat ist nicht selten ein origineller, melancholischer Sound, wie er auch in dem Video zur ersten Single Stuck zu hören ist. Ideal für einen verkaterten Sonntag.

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Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Stockholm hat eine ziemlich schicke U-Bahn. In über 90 der insgesamt 100 U-Bahnhöfen der Stockholms Tunnelbana können Kunstwerke von gut 150 Künstlern betrachtet werden. Mit einem Streckennetzt von 105 Kilometern gilt die U-Bahn der schwedischen Hauptstadt somit als eine der längsten Kunstgalerien der Welt. Der Fotograf Conor MacNeill wusste einige der Stationen geschickt in Szene zu setzen. Ein wunderbares Beispiel für gelungene Architektur und Kunst im öffentlichen Raum.

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

Conor MacNeill - Stockholm Subway

(Bilder: Conor MacNeillCC BY-NC-ND 4.0)

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Territoire – Exil

Territoire – Exil

Olivier Arson wohnt eine rastlose Leidenschaft inne, die der Ausgangspunkt verschiedenster Projekte darstellt. Als Produzent und Komponist schreibt er Musik für Filme, Serien, Performances und das Theater. Seine persönlichen Visionen jedoch setzt er kompromisslos unter dem Pseudonym Territoire um. Das heute veröffentlichte Video zu seinem Werk Exil, zeugt von seinem radikalen Ansatz. Der düstere und industrielle Sound wird von brillanten sowie beklemmenden Bildern untermalt. Die visuelle Umsetzung stammt von dem spanischen Filmkollektiv BRBR und zeigt die Flucht aus einer dystopischen Umgebung. Bilder und Sound lassen dabei eine Menge Platz für Interpretationen. Das dazugehörige Album Alix wird am 13. April erscheinen. Ich bin gespannt.

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Punks Not Dead

Punks Not Dead

Kultur unterliegt einem stetigen Wandel. Gleichermaßen wie sich soziale Normen, Sprachen oder Kleidungsstile transformieren, erfindet sich auch Musik regelmäßig neu. Aus bestehenden musikalischen Strömungen werden einzelnen Elemente herausgelöst, mit anderen Musikstilen vermischt oder gänzlich neu definiert. Ein Projekt, das dies wunderbar vor Augen führt, ist die Musicmap von Kwinten Crauwels. In einem spannenden historischen Abriss sucht nun Resident Advisor die Wurzeln der elektronischen Musik im Punk.

„In most people’s minds, the roots of dance music seem pretty clear. Disco gave rise to house music and the art of club DJing. Reggae gave us soundsystem culture, and its musical DNA seeped into genres like jungle and dubstep. And sampling, a staple practice in club music, can be traced back to hip-hop. But is this the full story? In this video, we explore an overlooked link between punk rock and dance music, one that we’re still seeing the effects of to this day.”

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