Nils Frahm – All Melody

Nils Frahm – All Melody

Mit All Melody veröffentlicht der Komponist und Produzent Nils Frahm sein siebtes Soloalbum und zeigt einmal mehr, wie wohlklingend experimentelle Musik sein kann. Spielerisch verschmelzen Klänge aus Elektronik, Neo-Klassik und bisweilen Techno zu minimalistischen Stücken und kreieren einen einzigartigen Stil. Aufgenommen wurde All Melody im eigens eingerichteten Studio im Saal 3 des historischen Funkhaus Berlins. Der Bedeutung der Umgebung widmet Frahm das Albumcover, das eben jenes neu eingerichtete Studio ziert, in das augenscheinlich eine Menge Leidenschaft geflossen ist. Mehr über die Bedeutung der Umgebung, das Studio sowie die kreativen Ansätze in der Tongestaltung können wir in einem Beitrag von Vinyl Factory erfahren, die sich mit Nils Frahm im Funkhaus getroffen haben.

Das Album kann in voller Länge gestreamt werden. Mit All Melody und #2 hat Frahm schon vor länger Zeit zwei Stücke im Rahmen einer Resident Advisor Session zum Besten gegeben.

Auch sei an dieser Stelle nochmal auf den wunderbaren Film von Alexander Schneider hingewiesen, der zusammen mit Nils Frahm und Ólafur Arnalds eine Nacht im Studio verbracht hat und den beiden Künstlern beim Musizieren über die Schulter schauen konnte.

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CTM Festival 2018

CTM Festival - SKALAR

Aktuell findet das 19. CTM Festival an verschiedenen Spielorten in Berlin statt. Seit dem ersten Festival im Jahr 1999 widmet sich CTM aller Arten elektronischer Musik, audiovisueller Performances, Clubkultur sowie technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und deren Einflüsse auf zeitgenössische Musik. Dieses Jahr greift das Festival mit dem Thema Turmoil das krisengeschüttelte und stellenweise frustrierende Zeitgeschehen auf und konstatiert: „Uneasy times demand uneasy music“.

„Music has always been a remedy for the ruthlessness of this world, yet also a tool for altering our own being in this world. CTM 2018 looks for music and sound that deals with growing strain and that unsettles us for a reason. That doesn’t escape the immanence of our troubles. Music and sound that mirrors the dissonance of the world and resonates with our anxieties. Music and sound that aims to articulate discontent and protest. That shakes up our habits by invading our safety zones and transgressing norms. That cracks open fixed identities in order to bring us into contact with each other. Music that calls for empathy to stir us out of the dullness of our apathy, and to question our compliance with, and complicity in, everyday exploitation and violence. Sound that makes us feel to make us think. Music that cancels out our pains with pain. That deadens inner agitation with external uproar. Sound that provides outlets for our accumulated angers. Music that thrills and exhausts in order to allow a rare moment of rest. Music that mistrusts itself, that challenges fraud with fraud, excess with excess, and consumerism with consumerism. Music that simultaneously feeds and undermines our social media-driven self-deception. Music that allows for another kind of distance despite the intrusiveness of its touch. Music that exposes us to forms of life and ways of experiencing that are foreign to us. Sound which evokes future realities that lie in wait on the horizon. Sound that motions toward new trajectories.“ – CTM Theme 2018

Auch in diesem Jahr gibt es wieder reichlich Programmhighlights rund um Klang, Kunst, Kultur und Technik. Mein persönliches Highlight wird wohl die audiovisuelle Installation SKALAR sein. In der ohnehin ziemlich beindruckenden Industriehalle des Kraftwerks Berlin, schafft der Lichtkünstler Christopher Bauder eine großformatige Installation. Die Installation steht im direkten Zusammenspiel mit dem tiefen Sounddesign und den komplexen Texturen Kangding Rays. Sein letztes Album Hyper Opal Mantis gibt wohl einen guten Vorgeschmack auf die surrealen Sinneswelten, in die SKALAR vermag abzutauchen.

Das CTM Festival läuft mit zahlreichen Veranstaltungen noch bis zum 4. Februar. Die Lichtinstallation SKALAR kann sogar bis zum 25. Februar im Kraftwerk Berlin besucht werden. Die Live-Performances von Christopher Bauder und Kangding Ray finden jedoch ausschließlich am 4. und 24. Februar statt.

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Set zum Freitag #6 – Christian Löffler

Nachdem Cercle bereits Nølah die Möglichkeit geboten hat, in idyllischem Ambiente ein Live Set zu spielen, hat nun Christian Löffler in der mittelalterlichen Schlossruine der französischen Gemeinde Fontaine de Vaucluse nachgelegt. Das Set durchzieht ein warmer Klang, aus dem die Inspiration der Natur geradezu herauszuhören ist. Nicht umsonst nannte Christian Löffler sein 2012 erschienenes Debütalbum, das vor einem Fenster mit Ausblick auf Wald aufgenommen wurde, A Forest. Diese romantische Atmosphäre spiegelt sich auch in dem neuesten Live Set wieder, das einen verzückten Start ins Wochenende verspricht.

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Andreas Waldschütz – TRANSCENDENCE

Andreas Waldschütz – TRANSCENDENCE

Über ein bei Freunde von Freunden erschienenes Portrait, bin ich kürzlich auf den Fotografen Andreas Waldschütz aufmerksam geworden. Zumeist ein wenig unscharf, immer ein wenig surreal lösen seine Bilder eine eigenartige Faszination aus. Insbesondere die Serie TRANSCENDENCE birgt eine eigene Ästhetik in sich, die durchaus jenseits der normalen Sinneswahrnehmung verortet werden kann. Transzendent eben.

Andreas Waldschütz – TRANSCENDENCE

Andreas Waldschütz – TRANSCENDENCE

Andreas Waldschütz – TRANSCENDENCE

Andreas Waldschütz – TRANSCENDENCE

Andreas Waldschütz – TRANSCENDENCE

Andreas Waldschütz – TRANSCENDENCE

Andreas Waldschütz – TRANSCENDENCE

Andreas Waldschütz – TRANSCENDENCE

(Bilder: Andreas WaldschützCC BY-NC-ND 4.0)

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Mind Against – Days Gone

Mit Days Gone veröffentlichen Mind Against die nächste EP im Hause Afterlife. Der Sound spiegelt den melodischen und atmosphärischen Techno wieder, für den das italienische Duo Alessandro und Federico Fognini gefeiert wird. Wie schon die EPs Astral und Solaris betört auch Days Gone durch berauschende Synths und treibende Percussions. Als Bonus obendrauf gibt’s einen Remix von Alex.Do, der es mir ziemlich angetan hat.

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Vergissmeinnicht – Gala Dalí

Philippe Halsman - Dalí Atomicus
Foto: Philippe Halsman, Dalí Atomicus (1948) via Wikimedia Commons

In der Reihe Vergissmeinnicht erzählt arte die Geschichten großer Persönlichkeiten, deren Schicksal weitestgehend in Vergessenheit geraten ist. Im Fokus der jüngsten Folge steht mit Gala Dalí eine der bekanntesten Musen des 20. Jahrhunderts. Die erste große Liebe ihres Lebens wird der französische Dichter Paul Éluard. 1917 heiraten Gala und Paul und bekommen eine gemeinsame Tochter. In den nächsten Jahren kommt Gala im Umfeld der Pariser Surrealisten dem deutschen Maler Max Ernst näher. Die zunächst offen gelebte Dreiecksbeziehung wird jedoch für alle drei Beteiligten zunehmend zur einer Belastung. In mehreren Bildern thematisiert Ernst seine Beziehung zu Gala, bevor die Affäre 1924 endet. Im Jahr 1929 trifft Gala Salvador Dalí. Schnell verlieben sich die beiden und gehen eine innige Liebesbeziehung ein. 1932 lässt sich Gala endgültig von Éluard scheiden. Zwei Jahre später heiratet Gala schließlich Salvador Dalí. In ihrer fast fünfzigjährigen Ehe wird Gala nicht nur Dalís Bilder und Träume beherrschen, sondern sie verhilft ihm auch maßgeblich dazu, einer der erfolgreichsten Künstler seiner Generation zu werden.

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