Eric Cloutier, der aktuell mit seiner Mix-Serie The Arsonist & The Architect peu à peu zehn Episoden veröffentlichen möchte, die seine Passion für elektronische Tanzmusik neu entfachen sollen, hat parallel ein zweistündiges Set auf Monument herausgebracht, das im Rahmen des Lāsya Festivals gespielt wurde. Während die beiden bisher veröffentlichten Sets für The Arsonist & The Architect mit Techno und House eher wieder Lust auf Tanzen machen sollen, lässt uns Cloutiers Set vom Lāsya Festival tief in elektronische Klangsphären abtauchen, die von einer tiefen, hypnotischen Atmosphäre und texturreichen Soundscapes getragen werden.
Mit Kikommando enthüllen die beiden progressiven Labels Hakuna Kulala und Pan ein neues multidisziplinäres Projekt, das sich auf die dynamische Musikszene der ugandischen Hauptstadt Kampala fokussiert. Den Anfang macht ein Mixtape, das zwölf Tracks enthalten wird, die von STILL produziert wurden und eine Reihe an Hakuna Kulala Künstlerinnen und Künstler featuren wird, zu denen Blaq Bandana, Biga Yut, Florence, Winnie Lado, Swordman Kitala und Jahcity gehören. Das Resultat wird ein musikalisches Potpourri aus Trap, Drill, Kuduro, Electro und weiteren Genres sein. Neben der Musik sind außerdem ein Fotobuch sowie Visualisierungen für jeden Track des Mixtapes geplant. Der erste Track mit dazugehörigem Video stammt mit Ntabala von Ecko Bazz.
Die in London geborene, britisch-jamaikanische Musikern Rochelle Jordan hat mit Play With The Changes ein neues Album veröffentlicht, das von House und Garage inspirierte Instrumentals mit feinfühligen, emotionalen Vocals verschmelzen lässt. Mal eher introvertiert, mal treibend, wie etwa bei der Lead Single Got Em, zeigt Jordan verschiedene Facetten auf den zwölf Tracks der LP. Wenngleich dabei Melancholie als inhärenter Bestandteil von Play With The Changes betrachtet werden kann, ist tanzen keineswegs ausgeschlossen.
Mit Aphasiac hat das Berliner Synthpop-Duo We Will Kaleid ein neues Album veröffentlicht, welches einen eigenen, originellen Klang mit sich bringt, der zwischen Pop und Untergrund oszilliert. Mittels analogem Sounddesign, minimalistischen Kompositionen sowie feinfühlig eingesetzten Beats und Vocals entsteht eine beklemmende und zugleich ekstatische Atmosphäre.
Zu dem Song Lure wurde zudem ein Video veröffentlicht, das eine ähnlich obskure Wirkung entfaltet wie der Sound selbst.
Ob als DJ, Produzentin, Verkäuferin bei Oye Records oder Gründerin der Partyreihe Frauengedeck, Sabine Hoffman ist aus der elektronischen Musikszene Berlins nicht wegzudenken. Ihre Sets haben zumeist einen warmen, analogen Vibe und oszillieren zwischen Techno, Electro und House. Für die Monument Podcastreihe hat Sabine Hoffman nun einen neuen Mix kreiert, der auf tiefem, atmosphärischen sowie perkussiven Techno basiert.
Megan Louise Doyle und Johnny Jewel, die gemeinsam das Synthwave-Duo Desire bilden, haben zusammen mit Soo Joo Park, im musikalischen Kontext auch bekannt als Ether, die Single Haenim veröffentlicht. Haenim beruht auf der gleichnamigen Version aus dem Jahr 1973 der südkoreanischen Künstlerin Kim Jung Mi. Die Neuinterpretation basiert auf einem verträumten, melancholischen Instrumental, welches durch Soo Joo Parks gedankenverlorene Vocals ergänzt wird. Für die Visulisierungen zu dem Song ist der zwischen New York und Italien pendelnde Künstler David Alexander Flinn verantwortlich, der es auf fabelhafte Weise vermag, den Klang in die passenden Bilder zu übersetzen.
Hans Robertson (1883–1950), Der Tänzer Harald Kreutzberg, 1925, Gelatinesilberpapier, 23,4 × 17,1 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum, Frankfurt am Main
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs brach in der Weimarer Republik (1918–1933) eine goldene Ära der Fotografie an, die von großen Innovationen des Mediums geprägt war. Zahlreiche Fotografinnen und Fotografen bedienten mit ihren Werken eine immer stärkere Nachfrage nach Bildern für Presse und Werbung oder publizierten ihre Aufnahmen in aufwendigen Fotobüchern. Ermöglicht hat diese Entwicklung die Erfindung der Kleinbildkamera in den 20er Jahren, die eine bislang nie dagewesene Bewegungsfreiheit ermöglichte und ungewöhnliche Blickwinkel in der Fotografie hervorbrachte. Diese neue Stilrichtung sowie deren Bildsprache und moderne Ästhetik wurde unter dem Begriff „Neu Sehen“ bekannt. Festgefahrene Strukturen in Bezug auf Komposition und Belichtung wurden neu gedacht und durch große Experimentierfreude kontinuierlich weiterentwickelt. Am Frankfurter Städel Museum kann vom 30. Juni bis zum 24. Oktober 2021 diese moderne Fotografie der 1920er und 30er Jahre im Rahmen der Ausstellung Neu Sehen näher betrachtet werden. Dabei spannt die Ausstellung ebenso einen Bogen in die 30er Jahre, in der die Fotografie zunehmend als Kommunikationsmittel für die politische Propaganda der Nationalsozialisten instrumentalisiert wurde. Unter den über 100 Fotografien finden sich prominente Vertreterinnen und Vertreter des Mediums wie Alfred Ehrhardt, Hans Finsler, Lotte Jacobi, Felix H. Man, Albert Renger-Patzsch, Erich Salomon, August Sander, Umbo, Paul Wolff oder Yva sowie eine Reihe kaum bekannter wie Carl Albiker, Karl Theodor Gremmler und Paul W. John. Somit gibt die Ausstellung einen fundierten Einblick in neuartige Tendenzen der Fotografie in der Zeit der Weimarer Republik und zeigt zugleich Funktion und Wirkung der einzelnen Aufnahmen.