Karim – Lila

Karim – Lila

Mit Lila legt der marokkanische Produzent Karim ein Debüt vor, das sich bewusst in die lange Geschichte transkultureller Klangverhandlungen einschreibt. Die neun Stücke speisen sich aus der rhythmischen Matrix der Gnawa Musik, jener religiös grundierten Praxis, die auf die gewaltsam nach Marokko verschleppten westafrikanischen Gemeinschaften zurückgeht. In der Lila, der namensgebenden nächtlichen Zeremonie, verdichten sich Musik, Ritual und Heilversprechen zu einem tranceinduzierten Kontinuum. Karim übersetzt diese Struktur nicht in bloße Referenz, sondern in eine eigenständige, körperlich insistierende Klangsprache. So entsteht ein Techno ohne Drumcomputer, stattdessen getragen von klappernden Qarqabas, pulsierenden Basslinien und einem insistierenden Perkussionsgeflecht, das traditionelle Praxis und zeitgenössische Clubästhetik in ein faszinierendes Verhältnis setzt.

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Set zum Freitag #441 – UFO95

Set zum Freitag #441 – UFO95
Bild: © Landiva Weber

Nachdem an dieser Stelle kürzlich bereits auf das Album A Brutalist Dystopian Society II des französischen Produzenten UFO95 hingewiesen wurde, soll nun der gleichermaßen kompromisslose wie monumentale Mix, den der Künstler für Room 303 Radio kreiert hat, im Fokus stehen. Die Nähe zu seinem Album A Brutalist Dystopian Society II zeigt sich dabei nicht nur in der kompromisslosen Formensprache, sondern ebenso in der schwarzen, tiefen sowie eindringlichen Atmosphäre. Aufbau und Entwicklung folgen einer klaren, fast kompositorischen Linie mit dem Resultat einer strengen Ästhetik sowie kontrollierten Dynamik.

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UFO95 – A Brutalist Dystopian Society II

UFO95 – A Brutalist Dystopian Society II

Mit A Brutalist Dystopian Society II veröffentlicht der französische Produzent UFO95 eine rohe, monumentale wie unerbittliche Fortsetzung seiner in Klang überführten Gegenutopie. Die Tracks erscheinen wie streng durchdachte Gebäudestrukturen, in denen Resonanzen, Verzerrungen und präzise modulierte Percussions in Kombination mit monolithischen Kicks klaustrophobische Klangräume kreieren. Seriöser, ästhetischer Techno.

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Set zum Freitag #440 – Öjskog

Set zum Freitag #440 – Öjskog
Bild: © Charly Severino

Der in Helsinki beheimatete Künstler Öjskog hat für hat für die Neon Cleptu Radioshow auf LYL Radio einen einstündigen Mix kreiert, der uns in tiefe wie obskure akustische Welten abtauchen lässt. Basierend auf minimalistischen, experimentellen sowie technoiden Klängen schafft Öjskog dabei eine faszinierende Atmosphäre, die zwischen Mystik und Melancholie oszilliert. Ein Mix, der sich allmählich entfaltet und unweigerlich in seinen Bann zieht.

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Abul Mogard & Rafael Anton Irisarri – Where Light Pauses in the Silence of the Sun

Abul Mogard & Rafael Anton Irisarri – Where Light Pauses in the Silence of the Sun

Abul Mogard und Rafael Anton Irisarri veröffentlichen mit Where Light Pauses in the Silence of the Sun ihre zweite gemeinsame LP. Ausgangspunkt war eine dreitägige Residency im Frühjahr 2025 im Berliner Morphine Raum. Dort entstand das Material in einem Prozess konzentrierter Improvisation, tastend, suchend, stets am Rand des Verstummens. Aus diesen flüchtigen Momenten formten die Künstler ein Rohgefüge, das sie anschließend getrennt voneinander sowie individuell weiterbearbeiteten. Diese räumliche und künstlerische Trennung setzt sich hörbar in den Komponenten der Musik fort, die zugleich verbunden und entrückt erscheinen. Das Ergebnis ist ein Klang von eigentümlicher Tiefe, in dem sich Zeit dehnt und verdichtet. So entfaltet sich eine Musik, die weniger erzählt als evoziert – cineastisch in ihrer Weite, emotional in ihrer stillen Intensität. An dieser Stelle der Eröffnungstrack In the Eastern Wild.

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Set zum Freitag #439 – Aksamit

Set zum Freitag #439 – Aksamit
Bild: © Fabio Perroni

Aksamit hat für Delayed einen fabelhaften Mix kreiert, der mittels einer feinfühligen wie versierten Auswahl an Tracks eine originelle, mitunter obskure Atmosphäre erzeugt. Dabei entfaltet sich ein Klangraum, der nicht mit Effekten prunkt, sondern mit Spannung sowie Subtilität arbeitet und seine Reize aus der allmählichen Verschiebung von Texturen und Tempi gewinnt. Über die gesamte Länge des Mixes entfaltet sich dabei eine elegante Dramaturgie einer Künstlerin, die ihre Referenzen kennt und sie mit sicherer Hand in eine eigene, leicht entrückte Sprache überführt.

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Tom Leclerc – A Brief Story of Slowness

Tom Leclerc – A Brief Story of Slowness

Mit A Brief Story of Slowness veröffentlicht Tom Leclerc ein Werk, das sich wie eine kontemplative Übung im Innehalten entfaltet – ein leiser, fast asketischer Akt des Beobachtens, bei dem die Zeit nicht vergeht, sondern sich ausdehnt. Die Musik folgt keiner Dramaturgie im herkömmlichen Sinne; sie tastet sich vielmehr voran, lauscht, verweilt, verliert sich im Detail und gewinnt gerade daraus ihre eigentümliche Intensität. Entstanden ist das Album hoch oben auf den Klippen der Côtes-d’Armor, vor einem weiten Panoramafenster, das den Blick auf das offene Meer freigibt. Diese topografische Offenheit scheint sich in den Klang eingeschrieben zu haben. Weite, Wind, Wolken über dem Wasser, das Kommen und Gehen der Gezeiten. Was bleibt, ist ein Nachhall, der weniger klingt als wirkt und sich dem Verstummen entzieht.

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