Das schwarze Modell

Das schwarze Modell
Frédéric Bazille (1841-1870), Negerin mit Pfingstrosen, 1870, Öl auf Leinwand, 60,5 x 75,4 cm, Montpellier, Musée Fabre via Wikimedia Commons

Wenngleich schwarze Modelle in der Moderne gerne auf Bildern verewigt wurden, so blieben sie doch zumeist namenlos und fanden in der Kunstgeschichte kaum Beachtung. Diesem möchte nun das Pariser Musée d’Orsay entgegentreten und zeigt noch bis zum 21. Juli 2019 die Ausstellung Das schwarze Modell von Gericault bis Matisse. Im Rahmen aufwendiger Recherchen suchten die Kuratorinnen und Kuratoren nach den Identitäten der schwarzen Bildmodelle, um die historischen Werktitel durch ihre Namen zu ersetzen und sie somit aus der Anonymität herauszulösen. So wurde etwa Edouard Manets 1863 entstandenes Gemälde Olympia, das eines der Hauptwerke des französischen Malers darstellt und im Pariser Salon nicht nur einen Skandal auslöste, sondern auch als wegbereitend für die moderne Kunst gilt, nach der Frau umbenannt, die als schwarze Magd im Hintergrund des Bildes zu sehen ist: Laure.

Das schwarze Modell
Edouard Manet (1832-1883), Originaltitel: Olympia, Umbenannt in: Laure, 1863, Öl auf Leinwand, 130 x 190 cm, Paris, Musée d’Orsay via Wikimedia Commons

Der Ausstellung liegt ein multidisziplinärer Ansatz zugrunde, der sich zwischen Kunst- und Ideengeschichte bewegt und Fragen nach ästhetischen, politischen, sozialen und ethnischen Problematiken und Motiven stellt. Insbesondere soll dabei die Bedeutung der Modelle und deren Wahrnehmung beleuchtet werden sowie welchen Einfluss sie auf die visuellen Künste hatten. Die Umbenennung der Werke setzt dabei ein Zeichen gegen Rassismus und stereotype Abbildungen. Die veränderte Wahrnehmung der Modelle offenbart auch ein Gemälde der französischen Malerin Marie Guillemine Benoist. Das um 1800 geschaffene Werk trug zunächst den Titel „Bild einer Negerin“, wurde nachdem es im Louvre ausgestellt wurde in „Portrait einer schwarzen Frau“ umbenannt und heißt nun im Rahmen der Ausstellung – nach dem Namen der abgebildeten Frau – „Portrait de Madeleine“.

Das schwarze Modell
Marie Guillemine Benoist (1768-1826), Originaltitel: Bild einer Negerin, Umbenannt in: Portrait de Madeleine, 1800, Öl auf Leinwand, 81 x 65 cm, Paris, Musée du Louvre via Wikimedia Commons

Mit 300 Exponaten geht die Ausstellung den Namen und Geschichten einer Vielzahl von Modellen nach und eröffnet eine neue Perspektive auf Werke von der Abschaffung der Sklaverei in Frankreich über die Periode der Neuen Malerei bis hin zur Entdeckung der Neugeburt von Harlem durch Matisse und die Behandlung des Themas durch die frühe Avantgarde des 20. Jahrhunderts sowie die nachfolgenden Künstlergenerationen der Nachkriegszeit und Gegenwart.

Das schwarze Modell
Frédéric Bazille (1841-1870), Die Toilette, 1870, Öl auf Leinwand, 130 x 128 cm, Montpellier, Musée Fabre via Wikimedia Commons

Ein kurzer Beitrag von arte gibt einen Einblick in die Ausstellung und lässt die Kuratorin Isolde Pludermacher sowie die Museumsleiterin Cécile Debray zu Wort kommen.

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SSTROM – Drenched

SSTROM – Drenched

Unter seinem Pseudonym SSTROM hat Hannes Stenström, der auch einen Teil des Duos SHXCXCHCXSH bildet, die erste EP der Drenched Reihe veröffentlicht. In den kommenden Wochen erscheinen zwei weitere Teile, so dass sich Drenched letztlich aus drei EPs mit jeweils vier Tracks zusammensetzen wird. Die erste EP entfaltet mit einem tiefen Sounddesign und treibenden Beats einen intensiven immersiven Charakter, dem es kaum möglich ist zu entrinnen und gespannt auf die beiden noch kommenden EPs blicken lässt.

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Electronic Voyager

Bob Moog – Electronic Voyager

Robert „Bob“ Moog, der bereits in frühen Jahren mit seinem Vater in der Garage an elektronischen Geräten bastelte, später als Teenager sein eigenes Theremin entwickelte und mit elektronischer Klangerzeugung experimentierte, präsentierte am 16.Oktober 1964 auf dem Kongress der Audio Engineering Society den ersten Synthesizer, der mit Tasten gespielt wurde. Der Durchbruch des neuen Instruments folgte dann mit dem 1968 erschienen Album Switched-On Bach, auf dem Walter Carlos – der sich nach einer Geschlechtsumwandlung 1972 in Wendy Carlos umbenannte – Stücke von Johann Sebastian Bach auf einem Moog System elektronisch nachspielte. Switched-On Bach wurde das meist verkaufte klassische Album aller Zeiten und gewann drei Grammys. In den 70er Jahren entwickelte sich der Moog-Synthesizer, insbesondere der Minimoog, endgültig zum Kultinstrument und war auf Werken von Pink Floyd, Kraftwerk, Tangerine Dream, Keith Emerson, Chick Corea, Stevie Wonder, den Beatles sowie dem Soundtrack von Stanley Kubricks Film Uhrwerk Orange zu hören. Neue Musikrichtungen sollten in den Folgejahren maßgeblich von dem Synthesizer geprägt werden und noch heute gilt der warme, volle Sound des Moogs bei vielen Musikern als einmalig und von anderen Synthesizern nie erreicht. Bob Moog kann also zweifellos als einer der Wegbereiter der elektronischen Musik betrachtet werden. In der Dokumentation Electronic Voyager begibt sich nun seine Tochter, Michelle Moog-Koussa, auf die Spuren ihres Vaters und beleuchtet sein Leben und seine Arbeit. Produziert wird der Film gemeinsam mit Waveshaper Media, die bereits mit I Dream Of Wire eine sehenswerte Dokumentation über die Geschichte modularer Synthesizer geschaffen haben. Wer Interesse an der Verwirklichung von Electronic Voyager hat, kann das Projekt auf Indiegogo unterstützen und bekommt dort auch weitere Hintergrundinformationen.

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The Price of Everything

The Price of Everything
Tasche aus der Louis Vuitton Kollaboration mit dem New Yorker Künstler Jeff Koons.

Wenn bei einer Sotheby’s-Auktion ein zerschreddertes Werk von Banksy für über eine Millionen Pfund versteigert wird oder das vermeintlich von Leonardo da Vinci gemalte und aktuell vermisste Gemälde Salvator Mundi bei Christie’s für 450 Millionen Dollar den Besitzer wechselt, stellt sich schonmal die Frage nach dem Preis. Der Dokumentarfilm The Price of Everything von Nathaniel Kahn geht dieser Frage nach und beleuchtet das Zusammenspiel der mannigfaltigen Faktoren des Kunstmarktes. Gespräche mit Künstlern, Kuratoren, Galeristen, Sammlern und führenden Köpfen von Auktionshäusern geben einen kurzweiligen Einblick in den Kunstbetrieb und schaffen eine Idee von ineinandergreifenden Mechanismen, die den finanziellen Wert der Kunst bestimmen.

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FKA twigs – Cellophane

FKA twigs – Cellophane

Nach über drei Jahren hat die britische Ausnahmekünstlerin FKA twigs mit Cellophane mal wieder eine eigene Single veröffentlicht. Unterstützt wird die Musik durch ein ästhetisches Video, das von dem Regisseur Andrew Thomas Huang, der zuletzt auch mit Björk zusammenarbeitete, umgesetzt wurde und FKA twigs Interpretation von Gesang und Tanz eindrucksvoll visualisiert. Ob und wann auf die Single ein Album folgen wird, ist noch nicht bekannt.

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