Sound of Berlin

Sound of Berlin

Mit Sound of Berlin beleuchtet eine weitere Dokumentation die elektronischen Musikszene und Clubkultur der Hauptstadt. In Anbetracht der zahlreichen Filme und Bücher, die sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt haben, bietet der knapp einstündige Film zunächst keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse. Das muss er aber auch nicht unbedingt. Auch wenn es nicht viel Neues zu entdecken gibt, bietet Sound of Berlin mit den passenden Bildern und Gesprächspartnern kurzweilige, authentische Impressionen des Berliner Nachtlebens. Neben gut bekannten DJs und Produzenten wie Juan Atkins, Monolink, Mathias Kaden und Pan-Pot, kommen der Tresor-Gründer Dimitri Hegemann, Love Parade-Erfinder Dr. Motte und die Türsteherin Ekaterina zu Wort, die aus verschiedenen Perspektiven ihre Faszination für die Berliner Clubkultur näherbringen. Zudem wurde ein exklusiver Soundtrack von Marc Houle beigesteuert, der die Dokumentation zwischen den Gesprächsabschnitten abrundet.

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12.262 Meter Tiefe

Dmitry Morozov – Kola Bohrung

Anfang der 1970er Jahre startete die Sowjetunion auf der sibirischen Halbinsel Kola ein ungeheuerliches Projekt. Um ein besseres Verständnis über das Erdinnere zu erlangen, beschlossen sowjetische Wissenschaftler Meter für Meter dem Mittelpunkt der Erde entgegenzubohren. Über 19 Jahre lang fraß sich der Bohrkopf durch Hunderte Tonnen von Gestein unaufhörlich in die Erdkruste, bis die Bohrarbeiten im Jahr 1992 offiziell eingestellt wurden. Mit 12.262 Metern Tiefe handelt es sich bei der Kola-Bohrung bis heute um das tiefste Loch der Erde. Auf dem Weg in die Tiefe machten die Forscher eine Reihe von unerwarteten Entdeckungen. So wurde eine mit Mondgestein nahezu identische Substanz gefunden, in fast sieben Kilometern Tiefe entdeckten die Forscher noch mikroskopisch kleine fossile Einzeller sowie auch unerwartet in tiefsten Regionen auf, aus Mineralien gepresstes, Kristallwasser gestoßen wurde. Ebenso sorgte die rapide ansteigende Temperatur für Erstaunen. Als der Bohrer im Jahr 1989 die Tiefe von 12.262 Meter erreichte, herrschten dort nicht wie angenommen 100, sondern 180 Grad Celsius, so dass die Bohrungen aufgrund technischer Schwierigkeiten abgebrochen werden mussten.

Dmitry Morozov – Kola Bohrung

Etwa zur gleichen Zeit gerieten die ersten Gerüchte in den Umlauf. Bei einer Tiefe von 14 Kilometern sei der Bohrer auf einen Hohlraum gestoßen, in dem Temperaturen von 1100 Grad gemessen worden sein sollen. Ein in die Erde hinabgelassenes hitzeresistentes Mikrofon, hieß es weiter, habe unnatürliche Geräusche aufgenommen. Anfang der neunziger Jahre tauchte ein Audiofile der Aufnahmen im Internet auf. Diese wurden zunächst als Störgeräusche interpretiert, bis sich offenbarte, dass es sich um menschliche Schreie aus Tausenden gequälten Kehlen handle. Die Bohrung wurde eingestellt, das Loch mit einer Metallkappe versiegelt. Wurde etwa das Tor zur Hölle geöffnet? Für den texanischen Fernsehprediger R.W. Shambach war diese Erklärung jedenfalls die naheliegendste und die Legendenbildung um das Kola Superdeep Borehole nahm ihren Lauf.

Dmitry Morozov – Kola Bohrung

Im Jahr 2016 besuchte der interdisziplinäre Künstler Dmitry Morozov, auch bekannt als ::vtol::, im Rahmen des Dark Ecology Festivals die übriggebliebenen Ruinen in der menschenleeren Weite der sibirischen Kola-Halbinsel und fand in den verlassen Gemäuern einen zurückgelassenen Lochstreifen, der den Ausgangspunkt seiner weiteren Arbeit darstellen sollte. Welche Informationen tatsächlich auf dem Lochstreifen enthalten sind, ist bis heute nicht geklärt. Anstatt die Informationen zu entschlüsseln – was anscheinend auch kaum möglich ist – zweckentfremdete Morozov den Nutzen der Daten für eine Klanginstallation. Mittels eines selbstgebauten digitalen Lesegeräts werden die Daten der Lochkarte in Sound konvertiert.

Dmitry Morozov – Kola Bohrung

Dmitry Morozov – Kola Bohrung

Dmitry Morozov – Kola Bohrung

Dmitry Morozov – Kola Bohrung

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Octavian – Spaceman

Octavian – Spaceman

Nachdem Gaika bereits im Juli mit seinem Debütalbum Basic Volume einen zutiefst progressiven Sound offenbarte, rückt nun der nächste junge Künstler aus London ins Rampenlicht. Trotz schwieriger familiärer Verhältnisse verschaffte sich Octavian mittels Talent und Leidenschaft ein Stipendium an der renommierte BRIT School, welche zuvor schon von Amy Winehouse und Adele besucht wurde. Die inzwischen auf den Korridoren der Schule anscheinend zum Repertoire gehörenden Backflips und Gesangsübungen, schienen dem auf Individualität pochenden Künstler jedoch zu albern, so dass er die Schule nach einiger Zeit abbrach. Es folgten turbulente Jahre in Armut, ohne Arbeit, ohne eigene Wohnung. Die Wende brachte Octavians 2017 veröffentlichter Song Party Here, der ihm international zum Durchbruch verhalf. Drake feierte Octavian in den sozialen Medien, Virgil Abloh, Artistic Director von Louis Vuitton, der später auch das Cover für sein aktuelles Mixtape Spaceman designte, flog Octavian für Laufstegshows nach Paris, Mura Masa fragte nach einem Feature und Labels buhlten um die Unterschrift des jungen Künstlers. Octavian trifft auf bittersüße Weise den Sound des Zeitgeistes und kreiert zugleich, ähnlich wie Gaika, seinen eigenen Klangkosmos.

Im Februar wird Octavian für zwei Konzerte in Hamburg und Berlin sein. Das neue Video zu Lightning bietet einige Impressionen seiner Liveshow.

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Neo Rauch – Gefährten und Begleiter

Neo Rauch – Gefährten und Begleiter
© Lona • media

Die Filmemacherin Nicola Graef hat über einen Zeitraum von drei Jahren einen der bedeutendsten deutschen Maler seiner Generation begleitet und gibt uns mit dem Dokumentarfilm Neo Rauch – Gefährten und Begleiter einen Einblick in das Schaffen des sympathischen und scheuen Künstlers. Neo Rauch wird nicht nur bei der Arbeit im Atelier gezeigt, sondern gibt in langen Gesprächen ebenso Auskunft über seinen Zugang zur Kunst, deren figurativen Bilderwelten zeitlose, entrückende Szenen zeigen. Neben Neo Rauch selbst, kommen außerdem, wie der Titel bereits andeutet, Gefährten und Begleiter zu Wort. Hierzu zählen seine Frau und ebenfalls Künstlerin Rosa Loy, Sammler und Galeristen. Die Begegnungen kommen dabei nicht immer ganz ohne Komik aus. Mitten während einer Vernissage ein Treffen mit einem „Fan“ aufgehalst zu bekommen, kann schon mal für Irritationen sorgen. Die Dokumentation steht noch bis zum 23. Oktober in der arte Mediathek zur Verfügung.

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