Matthias Schüll – Scarabaeus

Matthias Schüll – Scarabaeus

Matthias Schüll veröffentlichte im Juni seine Debüt EP auf Niconés Label Dantze. Scarabaeus beinhaltet drei Tracks. Neben den gleichnamigen Titeltrack, zu dem Niconé selbst einen Remix beigesteuert hat, gibt es mit Tiktaalik eine tiefen Techno Track, der die EP vollends abrundet. Während Matthias Schüll bereits in der Vergangenheit mit BAAL, einem gemeinsamen Projekt mit Matthias Dräxler, Aufsehen erregen konnte, bin ich gespannt, welche weiteren Solowerke zukünftig folgen werden.

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Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Detroit steht für den beispiellosen Niedergang einer einst florierenden Metropole des Industriezeitalters. In Folge einer rasant voranschreitenden Deindustrialisierung und der damit einhergehenden Arbeitslosigkeit zersetze sich eine der bedeutendsten Industriestädte des 20. Jahrhunderts und hinterließ mancherorts nichts als urbane Wüsten. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten verlor Detroit die Hälfte seiner Bevölkerung. Verwaiste Straßenzüge und Ruinen sollten von nun an das Bild der Stadt prägen. Laurence Messier-Moreau portraitiert in seiner Serie Après die Ruinen der Stadt und offenbart zugleich eine Ästhetik des Zerfalls.

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

Laurence Messier-Moreau – Après

(Bilder: Laurence Messier-MoreauCC BY-NC-ND 4.0)

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Gaika – Basic Volume

Gaika – Basic Volume

Am 27. Juli erscheint Gaikas Debütalbum Basic Volume. Schon seine frühen Veröffentlichungen wie Blasphemer oder Bohdy knows at 90 aus dem 2015 erschienen Mixtape Machine überzeugten durch einen radikal progressiven Sound. Die nun bereits veröffentlichten Singles aus Basic Volume knüpfen nahtlos an der Originalität früher Songs an. Und es nicht allein die Musik, die überzeugt. Der musikalische Mix aus Electronic, Dancehall, Grime, Garage, HipHop und Gothic wird durch beeindruckende Bilder untermalt. Für die Visualisierungen der beiden Singles Crown & Key sowie Immigrant Sons ist der Künstler Paco Raterta verantwortlich. Gaika scheint auf dem besten Weg zu sein, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen. Neben futuristischer Musik, die den Inhalt nicht vermissen lässt, arbeitet Gaika aktuell zudem an großformatigen Installationen sowie einem Modelabel. Doch zunächst kreiert er mit Basic Volume seinen ganz eigenen Soundkosmos.

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Fur Coat – Repeat EP

Fur Coat – Repeat EP

Erst im Februar veröffentlichten Fur Coat die Immersion EP auf Watergate Records. Nun erscheint morgen auf Redimension mit Repeat die neuste EP. Die beiden Tracks Repeat V2 und Mercury Retrograde können bereits in voller Länge gestreamt werden. Und wieder einmal scheinen die beiden Venezolaner Sergio Muñoz and Israel Sunshine eine fabelhafte EP mit dunklen, atmosphärischen, treibenden Techno geschaffen zu haben, der Tanzflächen in Ekstase versetzen dürfte.

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Symphony of Now

Symphony of Now

Walther Ruttmanns 1927 uraufgeführter experimenteller Dokumentarfilm Berlin – Die Sinfonie der Großstadt vermochte das damalige Lebensgefühl der deutschen Hauptstadt ein Stück weit einzufangen und gilt heute als Klassiker der deutschen Filmgeschichte. Nun, mehr als neunzig Jahre später, haben Ruttmanns schwarzweiß Bilder nicht mehr viel mit der gegenwärtigen Lebensrealität in der Hauptstadt gemein. Waren es lange Zeit vorwiegend Grautöne, ist es heute eher eine bunte Ikonografie mit der Berlin assoziiert wird. Johannes Schaff versucht diesen dynamischen Wandel der Stadt mit seiner Neuinterpretation des Klassikers abzubilden. Der Ausgangspunkt für Symphony of Now war allerdings ursprünglich ein anderer. Auf der Grundlage von Ruttmanns Bildern aus den 1920er Jahren entstand eine Neuvertonung des Originalfilms. Frank Wiedemann, Modeselektor, Samon Kawamura, Alex.Do und weitere zeitgenössische Musiker konnten für das Projekt gewonnen werden. Erst dieser neu geschaffene Soundtrack veranlasste Johannes Schaff schließlich dazu, sich auf die Suche nach aktuellen Bildern zu begeben. Der Trailer lässt ein einstündiges Feuerwerk vermeintlich typischer Berliner Momentaufnahmen erahnen. Berlin als hippe, multikulturelle, weltoffene Millionenstadt, Sehnsuchtsort eines jeden hedonistisch veranlagten Kosmopoliten. Ich bin gespannt, ob der Film darüber hinaus eine gewisse Tiefe erzeugen kann oder doch nur Abziehbildchen (relativ) neuer sexy Hauptstadt-Klischees bleiben wird.

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