Deutschland im Jahre 2019

Deutschland im Jahre 2019
© Ute Mahler & Werner Mahler / Ostkreuz

Kurz nach dem Mauerfall, im Frühjahr 1990, gründeten sieben Fotografinnen und Fotografen die Agentur Ostkreuz. Unter den Fotografinnen und Fotografen waren einige der bedeutendsten Zeitzeugen Ostdeutschlands, die in fabelhaften Fotografien das Leben in der DDR dokumentiert haben. Heute gilt Ostkreuz als eine der wichtigsten und bekanntesten Fotoagenturen Europas. 30 Jahre nach dem Fall der Mauer reisten die 22 Fotografinnen und Fotografen, die heute der Agentur angehören, durch das wiedervereinigte Deutschland und nahmen eine persönliche Bestandsaufnahme der Bundesrepublik auf. Arte hat die Bilder dieser Reisen in 22 Episoden aufbereitet und zeigt die Fotografinnen und Fotografen, wie es im Prolog heißt, als kompromisslose Beobachter der Strukturen der deutschen Gesellschaft, die einen scharfen und ehrlichen Blick auf ihre Heimat werfen. Am 18. November findet im Babylon Mitte die Kinopremiere statt, wobei es eine Einführung und Diskussionen mit dem Regisseur Paul Ouazan sowie den anwesenden Ostkreuz Fotografinnen und Fotografen geben wird. Alle 22 Episoden stehen ebenso in der arte Mediathek zur Verfügung. An dieser Stelle der Prolog zur Einstimmung.

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Joker

Joker
Bild: Warner Bros

Auf den aktuell laufenden 76. Internationalen Filmfestspielen von Venedig feierte Todd Phillips Batman-Prequel Joker am Wochenende Weltpremiere und seitdem überschlagen sich die positiven Kritiken. Insbesondere scheint Joaquin Phoenix in der Rolle des Jokers vollends aufzugehen und die Qualen der Figur sowie den daraus resultierenden Wahnsinn in all seiner Intensität brillant zu verkörpern. Die Metaebene des Films verhandelt mit sozialen Spannungen, Armut, Volkszorn und der Verflechtung von Medien, Konzernen und Politik zeitgenössische Themen, die nicht allein auf der Leinwand gesellschaftliche Sprengkraft bergen. Ab dem zehnten Oktober ist der Film in den deutschen Kinos zu sehen. Der finale Trailer vermittelt eine erste Idee.

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Berlin Atonal 2019

Berlin Atonal 2019

Ab dem morgigen Mittwoch können für die nächsten fünf Tage im Rahmen des Berlin Atonal Festivals 2019 abermals zahlreiche Klang- und Kunstprojekte im Kraftwerk Berlin und weiteren Spielstätten beäugt werden. Da das Atonal noch nie für weichgespülten Sound und triviale Performances bekannt war, wird sich auch in den nächsten Tagen die musikalische Avantgarde in Berlin tummeln und zu mannigfaltigen Installationen progressive Klangwelten erzeugen. Einen Überblick über das umfangreiche Programm zur Überwältigung der Sinne mittels Ton und Bild sowie die auftretenden Künstlerinnen und Künstler gibt es auf der Homepage. Zur Einstimmung auf die nächsten fünf Tage wurden gestern bereits einige Impressionen aus dem letzten Jahr veröffentlicht.

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Afronauts

Afronauts

Der Kurzfilm Afronauts der ghanaischen Filmemacherin Nuotama Frances Bodomo erzählt, inspiriert von wahren Begebenheiten, eine alternative Geschichte zum Rennen um den Mond. Parallel zum Wettlauf ins All zwischen den USA und der Sowjetunion trainiert in der Wüste Zambias die 17-jährige Matha Mwamba ihren ersten Raketenstart mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Der Film bezieht sich auf die, von dem Grundschullehrer Edward Makuka Nkoloso 1960 ins Leben gerufene, Zambia National Academy of Science, Space Research and Philosophy, die sich zum Ziel gesetzt hat, noch vor den USA und der Sowjetunion die ersten Menschen zum Mond zu schicken. Mit Afronauts schafft Nuotama Frances Bodomo neue Perspektiven auf den wissenschaftlichen Zeitgeist und dem Zugang zu diesem sowie den Spannungen zwischen Mythos und Moderne.

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Adrian Naranjo – Naiguatá Oculta

Adrian Naranjo – Naiguata Oculta

Alljährlich findet zu Fronleichnam im venezolanischen Küstenort Naiguatá der Tanz der Teufel statt. Zu Trommelklängen tanzen die als Teufel verkleideten Bewohnerinnen und Bewohner durch die Straßen und zelebrieren die christliche Theologie der Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi sowie die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Das Fest endet vor der örtlichen Kirche, wo die Teufel im Rahmen der Eucharistiefeier Brot und Wein entgegennehmen und symbolhaft den Triumph des Guten über das Böse feiern. Der in Caracas lebende Fotograf Adrian Naranjo hat sich das Fest angeschaut und einige der aufgenommenen Bilder in der Serie Naiguatá Oculta veröffentlicht.

Adrian Naranjo – Naiguata Oculta
Adrian Naranjo – Naiguata Oculta
Adrian Naranjo – Naiguata Oculta
Adrian Naranjo – Naiguata Oculta
Adrian Naranjo – Naiguata Oculta
Adrian Naranjo – Naiguata Oculta
Adrian Naranjo – Naiguata Oculta
Adrian Naranjo – Naiguata Oculta
Adrian Naranjo – Naiguata Oculta
Adrian Naranjo – Naiguata Oculta

(Bilder: Adrian NaranjoCC BY-NC-ND 4.0)

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Apollo 11

Apollo 11
Project Apollo Archive, AS11-40-5903, Apollo 11 Hasselblad image from film magazine 40/S – EVA

Am 16. Juli 1969 starteten die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins im Rahmen der Apollo 11 Mission mit einer Saturn-V-Rakete von Cape Canaveral zur ersten bemannten Mondlandung. Fünf Tage später, am 21. Juli 1969 (UTC), ist es Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betritt und somit die Grenzen des Machbaren neu definierte. Die Bilder und Worte, die die Erde vom Mond erreichten, brannten sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit ein und sind bis heute ein Symbol für die menschliche Schaffenskraft.

Apollo 11

Nahezu 50 Jahre nach dem historischen Ereignis ermöglicht das Webprojekt Apollo 11 – In Real Time die erste Reise zum Mond mit Originalmaterial nachzuvollziehen. Die Seite hat tausende Stunden Audiomaterial, Filmmaterial, Fotos, Transkriptionen und weitere Informationen synchronisiert und stellt viele der Materialien zum ersten Mal der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das Konzept des Projekts, die notwendige Recherche sowie die Aufbereitung der Materialien wurden maßgeblich von dem NASA Mitarbeiter Ben Feist vorangetrieben. In einem Interview mit Collectspace erklärt Feist: „You can just let the mission unfold in front of you. However, if you choose to dig in, it’s the most deep and wide rabbit hole of information I could muster”. Wer sich also in originalen Bildern und Funksprüchen der ersten bemannten Mondlandung verlieren möchte, findet auf Apollo 11 – In Real Time eine außergewöhnliche Menge an Material.

Apollo 11

Und da es an dieser Stelle so gut passt, sei auch auf Brian Enos neue Version des erstmals 1983 erschienenen Albums Apollo: Atmospheres & Soundtracks hingewiesen. Ursprünglich für Al Reinerts Dokumentationsfilm For All Mankind komponiert, nimmt Brian Eno das 50. Jubiläum der Mondlandung zum Anlass eine erweiterte Edition des Ambient Klassikers am 19. Juli dieses Jahres zu veröffentlichten. Zu dem neuen Titel Like I Was A Spectator erschien bereits ein Video, das auf Filmaufnahmen der NASA basiert.

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La Reina

La Reina

Vor über 500 Jahren bildete sich rund um den venezolanischen Berg Cerro de Sorte ein Kult um die „Indianerkönigin“ María Lionza. Der Glaube und die Regeln des María-Lionza-Kultes resultieren aus einer synkritischen Zusammensetzung regionaler Religionen, dem afrikanischen Voodoo sowie dem europäischen Katholizismus und werden heute von etwa 30 Millionen Menschen primär in Venezuela und Südamerika gelebt. Zu den Ritualen und mystischen Feiern treffen sich auf der Suche nach Erlösung, Schutz, Heilung und sonstiger Hilfen Anhänger aus allen Bevölkerungsschichten. Aktuell gewinnt der Kult insbesondere in urbanen Räumen an Bedeutung. Ethnische Unterschiede, Hautfarbe und Klassenzugehörigkeit werden im Kult egalisiert und die wilde, schöne und harmonische María Lionza repräsentiert die Sehnsüchte des im Wandel begriffenen Venezuelas. Die Filemacherin Michelle Coomber hat sich an den Fuße des Cerro de Sorte begeben und in beeindruckenden Bildern einige Impressionen und Stimmen von Anhängern des María-Lionza-Kultes eingefangen.

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